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Was versteht man unter Null-Kupon-Anleihen?

Bei Null-Kupon-Anleihen – auch „Zerobond” genannt – fehlt der Kupon, also die laufende Zinszahlung. Stattdessen wird diese Anleihe (weit) unter ihrem Nennwert auf den Kapitalmarkt gebracht. Das heißt, der Ertrag für den Anleger kommt nicht wie beispielsweise bei Festzinsanleihen aus regelmäßigen Zinszahlungen, sondern ergibt sich allein aus der Differenz zwischen Erwerbs- und Verkaufskurs.

Die Anleihe wird bei Erstverkauf am Kapitalmarkt mit einem großen Abschlag (Disagio) vom Nennwert, also für den Käufer günstiger, angeboten. Je nach Laufzeit, Bonität des Emittenten und Kapitalmarktzinsniveau fällt der Abschlag mehr oder weniger deutlich aus. Je näher das Laufzeitende rückt, desto näher notiert die Null-Kupon-Anleihe in der Regel an 100 Prozent ihres Nennwertes, so dass sich Kursgewinne für den Anleger realisieren lassen. Immer vorausgesetzt, der Emittent bleibt zahlungsfähig. Ein Ausfall des Schuldners hingegen kann zu Verlusten bis hin zum Totalverlust führen.

Schwankungen im Zinsniveau sind am Geldmarkt und Kapitalmarkt an der Tagesordnung und können sich direkt auf den Kurswert von Wertpapieren wie Null-Kupon-Anleihen auswirken. So haben z. B. steigende Zinsen während der Laufzeit in der Regel Kursrückgänge zur Folge. Zusätzlich wirken sich diverse marktpreisbestimmende Faktoren (z. B. Bonitäts- und Ratingveränderungen des Emittenten, Restlaufzeit, Angebot und Nachfrage) auf die Kursentwicklung aus. Ein Verkauf während der Laufzeit kann somit zu Verlusten beim eingesetzten Kapital führen.

Aufgrund des stark unter Nennwert liegenden Emissionskurses haben Zinsänderungen bei Null-Kupon-Anleihen wesentlich stärkere Auswirkungen auf den Kurswert als bei üblichen Anleihen. Wie bei einem Hebel wirkt sich eine kleine Veränderung auf der einen Seite – hier: die Zinsentwicklung – überproportional stark auf die andere Seite aus – in diesem Fall also: den Kurs der Null-Kupon-Anleihe, der somit einem erhöhten Kursschwankungsrisiko unterliegt.

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